Natürlich wohlfühlen

Dame in Schaumbad
Es muss nicht immer ein Wellness-Urlaub sein. Entspannung kann man auch im heimischen Badezimmer finden.

Natürliche Materialien und Farben, die der Landschaft abgeschaut sind. Gesundheitsfördernde Einbauten – eine Sauna oder Dampfdusche. Dazu smarte Technik, die dabei helfen kann die persönlichen Gesundheitsziele zu erreichen und das Wohlfühlerlebnis zu steigern. Moderne Bäder können viel mehr als einfach nur Nasszellen sein.

Die Wanne erinnert in mediterranem Blau an den letzten Urlaub, große weiche Kissen machen die Bank vor dem Fenster zum gemütlichen Rückzugsort, Musik liegt in der Luft. Die neuen Bäder punkten mit warmen Farbtönen, organischen Materialien und smarter Technik. Das alles wird verpackt in immer offenere Grundrisse.

Wohnen und Baden

Ein Schlafzimmer, das nahtlos in den Bade- und Wellnessbereich übergeht? Noch vor einigen Jahrzehnten wäre das nicht denkbar gewesen. Aber wer hätte früher an die Öffnung des Wohnbereichs zur Küche hin geglaubt? Wer hätte gedacht, dass das gemeinsame Kochen mit Freunden als Event eines Tages gleichberechtigt neben der klassischen Bewirtung durch die Gastgeber steht? Und dass die Kochinsel in der Mitte der Küche zum Hingucker und Ideal des geselligen modernen Wohnens wird?

Immer mehr weitet sich das offene, kreative Wohnen auch auf das Bad aus. Für viele ein Traum: vom großen, gemütlichen Bett direkt in die frei stehende Badewanne gleiten zu können. Wie ein Star steht die Wanne dabei gern auf einem erhöhten Podest. Dusche und WC verschwinden dezent hinter Glas oder halbhohen Wänden. Die Großzügigkeit der Raumnutzung verbreitet einen Hauch von Exklusivität. Der nahtlose Übergang zwischen Wohnzimmer und Wellnesstempel funktioniert durch optische Gemeinsamkeiten – etwa indem dasselbe Fußbodenmaterial für beide Räume verwendet wird – oder reizvolle Kontraste. 

Badewanne von Villeroy & Boch

Badewannenverkleidungen in maritimer Optik verbreiten Urlaubsstimmung. 

Warme Holztöne

Duschemit Holzoptik
Durch Naturmaterialien, Kneipp-Schlauch oder eingebaute Sauna wird das eigene Badezimmer immer mehr zum persönlichen Gesundheitszentrum. 

Die neuen Bäder sind inspiriert von der Natur. Holz ist dabei einer der Hauptakteure – stahlt es doch Wärme gleich im mehrfachen Sinne aus. Da Holz ein schlechter Wärmeleiter ist, fühlen sich die Oberflächen immer angenehm warm an.

Die natürlichen Farbtöne lassen das Bad warm und gemütlich erscheinen. Auch Studien belegen: In einem mit Holz ausgestatteten Raum frieren die Probanden trotz identischer Temperatur weniger als in einem weiß gefliesten Zimmer. Die Holztöne gaukeln dem Gehirn eine um ganze zwei Grad höhere Raumtemperatur vor. Der optische Eindruck hat tatsächlich eine Rückwirkung auf das Kälteempfinden. 

Trotzdem können sich viele nicht zur Verwendung von Holz im Bad durchringen. Das Material gilt als zu anfällig für Nässe. Dabei sind schließlich auch Schiffsdecks auf rauer See ständig Salz und Wasser ausgesetzt. Im Fenster- und Türbau hält Holz häufig Sturm und Regen stand. Und keiner würde auf Holzmöbel in der Küche verzichten, obwohl dort beim Kochen viel Wasserdampf entsteht.

Perfekte Verarbeitung und eine gute Oberflächenversiegelung machen den nachwachsenden Rohstoff zu einem pflegeleichten, äußerst robusten Material. Feuchtigkeit im Badezimmer kann ihm dann nichts mehr anhaben, auch wenn ausgiebig geduscht oder gebadet wird. Holz eignet sich im Badezimmer als Wandpaneele, Bodenbelag, Wannenverkleidung oder einfach als Möbelstück. 

Besonders reizvoll ist die Kombination verschiedener Materialien – etwa Holz mit Naturstein. Toll wirkt auch der Kontrast von unterschiedlichen Oberflächen – etwa glatt und rau, wie bei einem Unterschrank aus Holz mit weiß glasiertem Becken. Großzügige Ablageflächen und Schubladen sorgen dabei für zusätzlichen Stauraum. 

Inspiriert von der Natur

Frische Farben passen perfekt zum angesagten Natural Living. Ausdrucksvolle Grüntöne stehen für Vitalität und neue Energie. Auch Blau – die Farbe von Himmel und Meer – wirkt im Bad herrlich entspannend. Badewannenverkleidungen in maritimer Optik sorgen für Urlaubsstimmung. Die Tropendusche fühlt sich an wie ein warmer Sommerregen oder eine Erfrischung im Wasserfall. 

Wasser, Wärme und Licht geben immer häufiger die Richtung bei der Gestaltung des Bades an. Denn das Badezimmer dient heute auch der Regeneration von Körper, Geist und Seele. Mit eingebauter Sauna, Kneipp-Schlauch, Massage-Badewanne oder Dampfdusche wird es nicht selten sogar zum persönlichen Gesundheitszentrum. 

Einer Grundlagenstudie der Deutschen Sanitärwirtschaft (VDS) zufolge, ist für 41 Prozent der Bevölkerung das Bad auch ein Ort der Gesundheitsförderung. 

Warum sollte man auch immer bis zum nächsten Wellness Ausflug warten? Über 25 Millionen Deutsche nutzen bereits eine Sauna im eigenen Bad. Die Wechselwirkung zwischen bis zu 100 Grad heißen Saunagängen und Kaltwasseranwendungen bringt das Immunsystem in Schwung und fördert die Durchblutung der Haut. 

Eine schonende Alternative zur Sauna stellt die Dampfdusche dar. Warmer Wasserdampf lockert dabei mit 45 bis 60 Grad Wärme die Muskulatur und bringt den Kreislauf in Schwung. Dampfduschen lassen sich ohne viel Aufwand im eigenen Badezimmer installieren. Sogar während einer Erkältung kann Dampfduschen hilfreich sein. Kombinierte Geräte mit Infrarotpaneel ermöglichen – ergänzend zum Wasserdampf – eine traditionelle Licht- und Wärmebehandlung gegen Schmerzen und Verspannung.

Badewanne freistehend

Egal wie groß oder klein das Bad ist: Ein Vollbad ermöglicht eine wunderbare Auszeit nach einem stressigen Arbeitstag. 

Heilkraft des Wassers

Dusche und Waschbecken in mintgrün

Wenn der Stress im Alltag groß ist, kann eine kleine Auszeit im Bad Wunder wirken. Sanftes Licht und wohltuende Düfte helfen bei der Entspannung in der Badewanne. Ein Wannen-Whirlbad regt zusätzlich die Durchblutung an. Wasserdichte Bluetooth-Lautsprecher sorgen für die passende musikalische Untermalung. 

Egal wie klein oder groß das Badezimmer ist: Das warme Wasser entspannt auf jeden Fall. Für eine Studie des sportmedizinischen Institutes der Universität Hamburg im Auftrag der VDS und des IndustrieForum Sanitär (IFS) führten Wissenschaftler im Frühjahr 2016 verschiedene Testreihen durch, um die Wirksamkeit eines warmen Vollbades nach einer akuten Stress-Situation zu ermitteln. Das Ergebnis: Ein Vollbad sorgte für eine viel schnellere Regeneration der Probanden als das einfache Ausruhen auf einer Liege.

Aber auch in der Dusche entfaltet Wasser seine entspannende Wirkung. Ein warmer Wasserstrahl aus der Brause oder mit individuellem Druck aus einer eigens zur Nacken- und Rückenmassage entwickelten Spezialdüse an der Wand löst Verspannungen.

Die natürliche Heilkraft des Wassers war schließlich bereits in der Antike bekannt. Dort diente die Hydrotherapie zur Behandlung chronischer Schmerzen, lokaler Entzündungen und zur allgemeinen Verbesserung der Durchblutung. 

Kneipp-Kur im Bad

Kneipp-Kuren, wie sie der bayerische Pfarrer Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert entwickelte, machten die gesundheitsfördernde Wirkung des Wassers hierzulande endgültig bekannt. 

Kneippen ist auch in kleinen Bädern möglich. Arme, Füße und Unterschenkel – und danach Oberschenkel und Gesicht – werden der wechselnden Wassertemperatur ausgesetzt. Durch die kalt-warmen Wechselbäder wird der Körper angeregt und mobilisiert. Dazu braucht man im Prinzip nur eine Dusche. Noch wirkungsvoller geht es mit der simplen Installation eines Kneippschlauchs, der immer an Kalt- und Warmwasser angeschlossen sein sollte. 

Wer sein Bad gerade neu baut oder renoviert kann zusätzlich ein Fußbecken in der Badewanne einbauen lassen, um Wechselbäder möglich zu machen. Praktisch ist auch eine vergrößerte Sitzfläche am Badewannenrand, auf der man es sich während des Fußbades gemütlich macht. 

Bei einer Schenkeldusche in der eigenen Wanne ist es ratsam nicht direkt mit den Füßen im Wasser stehen, das sich während der Anwendung aufstaut. Ein erhöhtes Ablaufgitter aus Holz schafft Abhilfe. 

Wenn die Dusche groß genug ist, kann man auch in diese eine Sitzgelegenheit einbauen oder während der Wechselduschen einfach einen Hocker verwenden. Selbst im Waschbecken lassen sich kleine Kneipp-Kuren durchführen – wenn man bei der Auswahl des Beckens darauf achtet, dass es tief und breit genug ist, um beide Arme darin zu baden.

gezielte Wasserstrahl mit individuell dosierbarem Druck

Die natürliche Heilkraft des Wassers war schon in der Antike bekannt. Der gezielte Wasserstrahl mit individuell dosierbarem Druck aus der eigens zur Nacken- und Rückenmassage entwickelten Spezialdüse in der Wand löst Verspannungen. 

Smartes Bad

Smarte Funktionen können im Badezimmer dabei helfen, die eigene Gesundheit zu beobachten und zu erhalten. So kennt die intelligente Dusche längst die bevorzugten Massagefunktionen ihrer verschiedenen Nutzer. Die Bluetooth-Zahnbürste ist mit der Gesundheits-App verbunden und berücksichtigt die Zahnpflegetipps, die vom Zahnarzt – angepasst an das individuelle Pflegebedürfnis – gegeben wurden. 

Die digitale Waage misst bis zu elf Körperfettwerte und ist kompatibel mit der Fitness-App. Darüber hinaus kann eine digital vernetzte Toilette vollautomatisch zehn wichtige Indikatoren im Urin messen und – durch die verschlüsselte Übertragung auf das Tablet – mit diesen Daten das Fitness- und Ernährungsprogramm des jeweiligen Nutzers optimieren.

Im Spiegelbild werden dann am Morgen nicht nur das Wetter und die neusten Nachrichten angezeigt, sondern auch die Daten des aktuellen Gesundheitschecks.

Auch in Punkto Wohlgefühl hält die Technik smarte Anwendungen bereit: Das internetfähige Heizkörperthermostat programmiert die Heizung im Bad so, dass morgens und abends zu jeder Jahreszeit die gewünschte Wohnfühltemperatur herrscht. Das Badewasser läuft gleich in der bevorzugten Temperatur ein. Dimmbares Licht oder wechselnde Farbszenarien machen das Badezimmer endgültig zum ganz persönlichen Wellness- und Gesundheitszentrum.

Elisabeth Voigt

 

Fotos: © Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS); Shutterstock/karelnoppe; methajam|stock.adobe.com; Villeroy & Boch; Dornbracht; methamorworks/stock.adobe.com; Netfalls/stock.adobe.com