Gemeinschaft der Generationen

Wohnprojekt in Bergidylle
Das Wohnprojekt liegt idyllisch in den Bergen. Die Gemeinschaft braucht einen Dorfkern, mit Rathausturm und idyllischem kleinen Dorfteich.

Was brauchen Familien, Lebensgemeinschaften, Senioren und Singles, um sich einem Ort verbunden zu fühlen? Die InnZeit Bau GmbH verwirklicht mit dem Wohnprojekt Dahoam im Innthal im oberbayrischen Brannenburg auf 16 Hektar Gesamtfläche für 800 Menschen eine Vision vom Leben in der Gemeinschaft.  Es entsteht ein aktives, im besten Sinne dörfliches Zusammenleben der Generationen.

Aufeinander zugehen, den Alltag miteinander gestalten, sich füreinander interessieren und voneinander profitieren – das ist die Idee, die sich alle Bereiche des Bauprojekts „Dahoam im Innthal“ zieht. 

Eine generationsübergreifende Lebensgestaltung, die die Bedürfnisse ganz verschiedener Gruppen berücksichtigt, ist die Vision von Rubert Voß, Geschäftsführer der „InnZeit Bau GmbH“: „Wir möchten neue Maßstäbe im Bereich des generationenübergreifenden Lebens und Wohnens setzen, Menschen zum Austausch anregen und einen Gegenentwurf zu einer in vielen Bereichen anonymisierten Welt bieten. Das aktive Miteinander von Jung und Alt ist für die Gemeinschaft von unschätzbarem Wert: Jüngere profitieren von der Erfahrung der Älteren, die Kleinen genießen die Gemeinschaft und die reiferen Generationen bleiben aktiv ins Leben eingebunden.“

Robert Voß ist ein deutscher Sozialunternehmer und gehört der internationalen gemeinnützigen Organisation Ashoka an. Aus eigener Erfahrung weiß er den Wert intakter Lebens- und Dorfgemeinschaften zu schätzen. Voß ist verheiratet und hat sechs Kinder. 

Robert Voß

Das Montessori-Kinderhaus

Montessori-KinderhausDas Schlüsselwort heißt „Nähe“. Nicht nur Wohnen, Einkaufen, Spiel und Sport sind unmittelbar vor Ort möglich, sondern auch eine zukunftsweisende, in dieser Form wahrscheinlich einzigartige Betreuung von Jung und Alt. So befinden sich etwa Montessori-Kinderhaus, Krippe, Kindergarten, Hort und Tagesmutter in einem Haus. Das Projekt reagiert flexibel auf die Arbeitswelt, wie sie heute ist. Die Betreuung von 1 bis 14-jährigen ist im Schichtdienst von 6 bis 22 Uhr möglich. Die Tagesmutter-Wohnungen befinden sich im begrünten Dachgeschoss des Kinderhauses. So kennen die Kinder das Gebäude schon, wenn sie in den Kindergarten kommen und ziehen im gleichen Haus einfach ein Stockwerk tiefer.

Ältere Menschen profitieren vom altersgerechten Wohnen – von der Barrierefreiheit bis zu den kurzen Wegen. In Zusammenarbeit mit Partnern entstehen außerdem Wohngemeinschaften für demenzielle Bewohner, ambulante Pflegeangebote und ein Pflegeheim.

Um den Austausch zwischen 800 Menschen in 300 Wohneinheiten schnell und effektiv zu realisieren, gibt es in der Hausverwaltung Ansprechpartner, die die gewünschten Initiativen und Aktivitäten der Bewohner zusammentragen:  Wer hat auch einen Hund? Wer will eine Skatgruppe gründen? Auch in der Datenbank der Online-Plattform bleiben die Angebote ein Jahr lang bestehen.
 Wohngemeinschaft aller Altersgruppen

Architektur muss benutzbar sein

Beim Wohnen wird viel Wert auf Qualität gelegt.Welcher Wohnungsmix wird gebraucht, um eine Durchmischung der Generationen abzubilden? Das Projekt bietet 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen zur Miete oder zum Kauf an. 

Dem sozial engagierten Unternehmer kommt es auch darauf an, mit einer gesunden sozialen Bewohner-Mischung gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Wir wollten auch Wohnraum schaffen für Mieter, für die die übliche Miete eine Überforderung darstellt. Daher bieten wir in 32 Wohnungen sozialen Wohnungsbau als Ergänzung zu dem Projekt an“, berichtet Voß. 

„Ein Architekt sollte immer daran denken: Was passiert mit meiner Architektur, wenn sie in Benutzung ist?“ gibt Voß zu bedenken. „So sehen offen gestaltete Balkone mit schönen Gittern zwar gut aus, aber es wird immer Menschen geben, die nicht wollen, dass ihr Balkon einsehbar ist. Dann wird der eine Balkon mit Folie verhängt, der andere mit einer Wand abgeschirmt. Dadurch wirkt die Fassade uneinheitlich und die schön gedachte Architektur büßt ihren Wert ein. Sie ist einfach nicht benutzbar“, kritisiert Voß. Die farblich gestalteten Balkone des Projekts „Dahoam im Innthal“ bestehen aus Lochblech. Niemand kann in den Balkon hineinschauen, aber die Bewohner sehen hinaus. 

Das Farbkonzept basiert auf 5 Hauptfarben, die man z.B. an den Balkonbrüstungen und Eingangstüren findet. Sie helfen bei der Orientierung: Dass das eigene Haus orange Türen hat, können sich auch Kinder oder demenzkranke Bewohner leicht merken. Dass die Stellplätze der Tiefgarage den Farben der Häuser zugeordnet sind, erleichtert vor allem Besuchern die Orientierung. Die Parkplätze mit den orangen Streifen gehören zu dem Haus mit den orangen Türen.
 Kartenansicht

Qualität statt Massenware

Dorfkern mit Rathausturm und DorfteichInmitten der Häuser gibt es viele gemeinsame Treffpunkte – wie etwa der 40 Meter große Begegnungsplatz oder die Grillplätze für jedes Haus. So braucht nicht jeder einen eigenen Grill im Keller und das gemeinsame Essen macht ohnehin mehr Spaß. Auch Wasserspielbereiche für Kinder bringen Leben in den Wohnkomplex. 
Sogar die Lüftungshauben der Tiefgarage sind keine schrägen Glasflächen, die niemand nutzen kann, sondern Holzdecks. Auf diese Weise werden sie gleichzeitig zur Liegefläche, auf der man sich sonnen kann und einfach ein Buch lesen. 

„Jede Wohnung soll so gebaut sein, dass ich mich selbst auch darin wohl fühlen und gerne dort einziehen würde“, so Voß‘ Anspruch. Gebaut wird mit Hochdämmziegeln. Das sind mit Mineralwolle gefüllte Ziegel, die für atmungsaktive Wände sorgen.

Die Wohnungen lassen sich an die sich ständig verändernden Bedürfnisse ihrer Bewohner anpassen. Manche Wände können zurückgebaut werden, manche Zimmer vergrößert. Alle Wohnungen sind mit Parkett ausgestattet, denn auch der Boden verbessert das Raumklima und nimmt Feuchtigkeit auf. 

Um Kosten zu sparen bleibt alles in einer Hand: Das Unternehmen hat selbst eine Baufirma gegründet. „Damit wir immer wissen was passiert“, sagt Voß. Im Jahr 2022 soll der Bau fertiggestellt sein. Die „InnZeit Bau GmbH“ sucht bereits nach neuen Standorten für ähnliche Projekte.

Orientierung durch Farben
Das Farbkonzept basiert auf fünf Hauptfarben, die man z. B. an Balkonbrüstungen und Eingangstüren findet. Das macht die Orientierung kinderleicht. 

 

Bilder: © Philipp Hartung; brainstorm-design; steffen-leiprecht.de